Pressung
Mit der Pressung können unterschiedliche Disc-Typen hergestellt werden
CD- und DVD-Pressung
Wir erklären die Herstellung am Beispiel der CD-Pressung:
Vorarbeiten zur CD-Herstellung
Audio-CD
Für die bestmögliche Audio-Qualität auf einer CD sollten immer die besten unkomprimierten Audiodateien wie .wav-Dateien verwendet werden. Komprimierte Dateien wie .mp3 zurück in das .wav-Format zu konvertieren, um daraus eine CD zu erstellen, ist nicht ratam.
Die Audiodaten können entweder auf eine CD-R gebrannt oder als DDP-Image bereitgestellt werden. Diese CD-R oder das DDP-Image dient anschließend als Grundlage für die Pressung. Bei der Erstellung einer CD-R ist es entscheidend, hochwertige Medien (bevorzugt Markenrohlinge) zu verwenden. Fehler auf dem Rohling werden auch bei der Pressung übernommen. Das Brennen sollte möglichst langsam durchgeführt werden (optimal ist 2-fache Geschwindigkeit), also nicht das Maximum wählen.
Für die Herstellung einer Master-CD ist zudem eine sichere und saubere Verpackung wichtig. Oft werden Master-CDs in Papiertüten transportiert, was Kratzer und Fingerabdrücke auf der Unterseite begünstigen kann – das sollte daher vermieden werden.
Es ist wichtig, die Master-CD sorgfältig und in voller Länge abzuhören, um Brennfehler zu erkennen. Falls CD-Text integriert wurde, sollte dieser auf einem Player überprüft werden, der CD-Text anzeigen kann, um eventuelle Fehler zu identifizieren.
Schließlich sollte der Rohling angemessen beschriftet werden, jedoch ausschließlich mit wasserlöslichen Stiften, die für den Einsatz auf CDs zugelassen sind.
Daten-CD
Die Daten können entweder auf eine CD-R gebrannt oder als ISO-Image bereitgestellt werden. Diese CD-R oder das Image dient anschließend als Grundlage für die Pressung.
Fehler, die auf dem Rohling vorhanden sind, werden auch bei der Pressung übertragen. Um die beste Qualität zu gewährleisten, sollte der Brennvorgang so langsam wie möglich erfolgen, idealerweise mit 2-facher Geschwindigkeit, anstatt die maximale Brenngeschwindigkeit zu nutzen.
Bei der Verpackung ist darauf zu achten, ein Jewelcase oder Slimline-Case zu verwenden, um Kratzer und Fingerabdrücke zu vermeiden.
Bitte überprüfen Sie das fertige Master sorgfältig. Wenn die Daten Verknüpfungen enthalten, nutzen Sie einen alternativen Computer, der ausschließlich die Informationen von der CD abruft und nicht auf Daten Ihres eigenen Rechners zugreift. So können Sie fehlerhafte Verknüpfungen erkennen.
Stellen Sie sicher, dass alle Ordner korrekt beschriftet sind und die CD einen aussagekräftigen Namen trägt. Sie sollte keine Zahl oder „neu“ als Bezeichnung haben.
Der Rohling sollte entsprechend beschriftet werden, jedoch nur mit wasserlöslichen Stiften, die speziell für CDs zugelassen sind.
So funktioniert die CD-Pressung
Glasmaster
Aus den angelieferten Daten oder der angelieferten CD-R wird ein Glasmaster erstellt. Hierzu wird eine polierte Glasplatte mit lichtempfindlichem Material überzogen. Die angelieferten Daten werden auf das Glasmaster übertragen und mit einer Metallschicht überzogen.
Matrize
Dann wird vom Glasmaster ein "Vater" erstellt, eine haltbarere Version der Daten, eine Metallmatrize. Hiervon wird ebenfalls eine spiegelseitige Kopie erstellt und von dieser Kopie dann die Pressmatrizen. So lassen sich beliebig viele Presswerkzeuge für hohe Auflagen erstellen. Die Matrize wird vor dem Pressen mit den Originaldaten verglichen, um sicherzustellen, dass keine Fehler auftreten.
Pressung mit Polycarbonat-Granulat
Für die Herstellung von CDs benötigt man Polycarbonat-Granulat.
Das Polycarbonat wird geschmolzen und auf die Matrize gepresst. Das nennt sich auch Spritzgussverfahren.
Eigentlich ist nun die CD mit allen Informationen fertig.
Besputterung
Da die CD aber transparent ist, kann der Laser hierauf keine Informationen lesen. Daher muss eine reflektierende Schicht aufgebracht werden (die sogenannte Besputterung). Über die Reflexionsschicht kommt dann noch ein Schutzlack. Fertig ist die CD.
Das Finale: Die Bedruckung
Da einfache silberne CDs nicht voneinander zu unterscheiden sind, wird auf der Oberseite ein individueller Aufdruck angebracht, beispielsweise mittels Offsetdruck. Dabei entsteht das Druckbild durch die CMYK-Farben Cyan, Magenta, Yellow und Kobalt. In der Regel wird unter die Druckfarben eine weiße Vollfläche aufgetragen, welche jedoch für besondere Effekte weggelassen werden kann. Zudem kann man bestimmte Bereiche farblos lassen, sodass die silberne Grundfläche sichtbar bleibt.
Alternativ kann ein Siebdruckverfahren verwendet werden. Dabei werden vorgefertigte Farben eingesetzt, die aus dem HKS- oder Pantone-Fächer ausgewählt werden. Siebdruck eignet sich für Logos, Vollflächen und grobere Strukturen, jedoch nicht für Fotos oder Drucke mit vielen Farben. Es finden maximal sechs Farben Verwendung.
Fun Fact: Ist die empfindliche Seite oben oder unten?
Betrachtet man die Herstellung einer CD genauer, wird deutlich, dass die Oberseite die besonders empfindliche Seite ist. Denn hier befinden sich die Daten, die lediglich durch eine Silberschicht, einen Schutzlack und den Druck geschützt werden. Die Unterseite hingegen ist weniger anfällig.
Daher sollte man niemals mit einem spitzen Gegenstand Druck auf die CD ausüben (etwa mit einem Kuli), da dies die Datenschicht leicht beschädigen könnte. Genauso sollte auf Stifte mit Lösungsmitteln (wie z.B. Edding) verzichtet werden. Nutzen Sie statt dessen spezielle wasserlösliche CD-Marker (z. B. von Edding oder Staedtler).
Individuelle Beratung
Gerne pressen wir auch Ihre CDs! Kontaktieren Sie uns für eine Beratung oder um einen Termin zu vereinbaren.
